TUG 4-6
Ein ICF-basierter Mobilitätstest für das Kindergartenalter

Ausgangslage und Problemstellung

Motorische und psychosoziale Entwicklung sind untrennbar miteinander verbunden. Dies gilt insbesondere für kleine Kinder.
Defizite und Störungen der Motorik sollten so früh wie möglich aufgedeckt werden, damit die Kinder entsprechend gefördert werden können.

Es zeigte sich, dass die meisten Motoriktests für das Kindergartenalter, wie z. B. der MOT 4-6 von Zimmer, in hohem Maße den Testgütekriterien genügen, aber aufgrund ihrer Komplexität nur schwer als Routineinstrumente im Kindergarten oder Sportverein eingesetzt werden können. Deshalb haben wir ein vollkommen neues Verfahren entwickelt, das als Screeningtest im Kindergarten und im Sportverein eingesetzt werden kann.

Die International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt ein umfassendes System zur Bescheibung von Gesundheit dar. Der Mobilität kommt hierbei als Funktionalitätskriterium gerade für die Bewegungserziehung und -förderung eine besondere Bedeutung zu. Die wichtigsten Mobilitätskategorien sind:

  • eine elementare Körperposition wechseln (d410)
  • Gegenstände anheben und tragen (d430)
  • Gegenstände mit den unteren Extremitäten bewegen (d435)
  • Gehen (d450)
  • Sich auf andere Weise fortbewegen (d455)

Beschreibung des TUG 4-6:

Der TUG 4-6 ist ein Parcours, bestehend aus sechs Testaufgaben. Diese Testaufgaben orientieren sich an alltagsrelevanten Tätigkeiten und lassen Aussagen über die Mobilität eines Menschen im Sinne der ICF zu.

  1. Das Kind steht von einer Matte auf und läuft Slalom um fünf Hindernisse herum,
  2. überwindet ein ca. 65 cm hohes Hindernis,
  3. krabbelt unter einem ca. 50 cm hohen Hindernis durch,
  4. manövriert mit dem Fuß einen Medizinball von 3 kg Gewicht in ein Tor und
  5. trägt einen Medizinball von 3 kg Gewicht über eine Distanz von 4 Metern

Der Ablauf des Parcours wird kindgerecht in eine Indianergeschichte verpackt.

Abbildung des Parcours

Gemessen wird die Gesamtzeit für den Hindernisparcours. Ergänzend zur Zeitnahme können auch für die einzelnen Stationen Punkte vergeben werden:

  1. 5 Punkte bei problemloser Bewältigung der jeweiligen Aufgabe
  2. 1 bis 4 Punkte in Abhängigkeit vom jeweiligen Fehlerbild bei den einzelnen Aufgaben (siehe Protokollbogen).
  3. 0 Punkte, wenn die Aufgabe nicht gelöst werden konnte oder ausgelassen wurde.

Bei insgesamt fünf Aufgaben ergeben sich maximal bis zu 25 Punkte für den TUG 4-6.

Protokollbogen TUG 4-6.xls

Video vom Test

Bewertung des Tests

Der TUG 4-6 erlaubt Aussagen zu den Mobilitätskategorien "d410 Eine elementare Körperposition wechseln", "d430 Gegenstände anheben und tragen", "d435 Gegenstände mit den unteren Extremitäten bewegen", "d450 Gehen" und "d455 Sich auf andere Weise fortbewegen".

Anhand der Durchlaufzeit wird über einen Grenzwert entschieden, ob ein Kind auffällig ist oder nicht.

Testmanual

Ein Testmanual ist in Vorbereitung